Sozis für Tiere https://sozis-tiere.de Für einen progressiven Tierschutz bei SPD und Jusos Tue, 15 May 2018 19:27:54 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 Das staatliche Tierwohllabel nützt nur der Agrarindustrie! https://sozis-tiere.de/ablehnung-staatliches-tierwohllabel Fri, 02 Mar 2018 14:27:52 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2880 Das staatliche Tierwohllabel wird seit langem angekündigt und hat es auch wieder in den Koalitionsvertrag zwischen SPD, CDU und CSU geschafft.  Dort heißt es: „Die Erkennbarkeit von tierischen Lebensmitteln, die… weiterlesen →

Der Artikel Das staatliche Tierwohllabel nützt nur der Agrarindustrie! erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Das staatliche Tierwohllabel wird seit langem angekündigt und hat es auch wieder in den Koalitionsvertrag zwischen SPD, CDU und CSU geschafft.  Dort heißt es:

„Die Erkennbarkeit von tierischen Lebensmitteln, die über die gesetzlichen Vorgaben der Haltung hinausgehen, wollen wir verlässlich, einfach und verbraucherfreundlich gestalten. Dazu brauchen wir den mehrstufigen Aufbau einer staatlichen Kennzeichnung anhand verbindlicher Kriterien für Fleisch aus besserer Tierhaltung (Tierwohllabel) und schaffen dafür bis zur Mitte der Legislaturperiode die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen. Der Mehraufwand soll honoriert werden.“
Koalitionsvertrag SPD, CDU/CSU, 2018, S. 86, Z.3983 – 3988

Kritik der Tier- und Verbraucherinnenschutzverbände

Wie aber wird ein Tierwohllabel durch Tier- und Umweltschutzorganisationen wahrgenommen?

  • Das Tierschutzbündnis aus Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., PROVIEH e.V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz ist im April 2017 aus Protest gegen die niedrigen Vorgaben aus der entsprechenden Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgestiegen. (Albert-schweitzer-stiftung.de)
  • Auch der Tierschutzbund lehnt seit April 2017 das Tierwohllabel ab (Spiegel.de)
  • Ebenfalls im April 2017 schrieb foodwatch: „Mehr Tierschutz bedeutet nicht nur eine Verbesserung der formalen Haltungskriterien, sondern das Vermeiden der zahlreichen haltungsbedingten Krankheiten. Das Tierwohl-Label ist mit seinen Kriterien keine Garantie dafür, dass Produkte von gesund gehaltenen Tieren stammen – das ist eine Kapitulationserklärung. Wer Tierwohl verspricht, ohne Tiergesundheit zu garantieren, verkauft eine Illusion.
  • Im Januar 2018 hat foodwatch eine Petition gegen das Tierwohllabel gestartet.

Unsere Kritik

Folgende Kritikpunkte sind aus der Perspektive von Sozis für Tiere hervorzuheben:

  • Das Tierwohllabel ist freiwillig. Selbst innerhalb eines traditionellen Tierschutzes sollte klar sein, dass eine verpflichtende Haltungskennzeichnung zweckdienlicher ist als ein freiwilliges Tierwohllabel. Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeslandwirtschaftsministerium geht bei einem freiwilligen Label von einem Marktanteil von vielleicht 20 % aus. Für 80 % der Tiere ändert sich also nichts.
  • Die Anforderungen sind zu niedrig. Innerhalb eines traditionellen Tierschutzes sind die Anforderungen für das Tierwohllabel viel zu niedrig. Die Verbraucher*innen werden getäuscht, wenn sich für die Tiere kaum etwas ändert.
  • Die Kosten sind zu hoch. Im Bundeshaushalt 2018 sind 7 Millionen für die Markteinführung des Tierwohllabels eingeplant. Allerdings will der Minister 70 Millionen für diese Markteinführung ausgeben. Hinzu kommt ein jährlicher Mehraufwand von mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr (waz.de). Wie die Finanzierung aussieht, was etwa die Verbraucher*innen für die Tierkörper im Supermarkt bezahlen und welche Kosten der Gemeinschaft auferlegt werden ist bislang unklar.

Position von Sozis für Tiere

Sozis für Tiere lehnt daher das Tierwohllabel ab. Der Fokus auf das Tierwohllabel ist eine Kapitulation vor dem Status Quo. Eine Politik, welche die Alternativen zu Produktion und Konsum von Tieren weder bedenkt noch priorisiert, ist allerdings nicht in der Lage die Tiere zu schützen. Statt die Tierproduktion staatlich zu unterstützen sollten vielmehr Millionen und Milliardenbeträge für Alternativen zur Tierproduktion aufgewendet werden.

Bild: Animal Rights Watch e.V. (ARIWA)

Der Artikel Das staatliche Tierwohllabel nützt nur der Agrarindustrie! erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Der Grund, warum Stalleinstiege legal bleiben müssen https://sozis-tiere.de/stalleinstiege-legal Wed, 28 Feb 2018 15:51:42 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2872 Die Große Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf folgende Aussage geeinigt : Wir wollen Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden. Koalitionsvertrag SPD, CDU/CSU, 2018, S. 87, Z. 4028… weiterlesen →

Der Artikel Der Grund, warum Stalleinstiege legal bleiben müssen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Die Große Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf folgende Aussage geeinigt :
Wir wollen Einbrüche in Tierställe als Straftatbestand effektiv ahnden.
Koalitionsvertrag SPD, CDU/CSU, 2018, S. 87, Z. 4028

Zu dieser Einigung gibt es bereits eine Vielzahl an kritischen Stimmen. Greenpeace nennt diese in einer Stellungnahme zum Koalitionsvertrag eine „Absonderliche Forderung angesichts der Tatsache, dass eine Vielzahl von illegalen Nutztierhaltungen erst durch Filmaufnahmen aus Ställen bekannt und geahndet wurden.“

Und die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Menschen für Tierrechte, Dr. Christiane Baumgartl-Simons, fordert: „Die Vereinbarung im Koalitionsvertrag muss umgehend gestrichen werden. Sie verstößt gegen geltendes Recht. Peinlich genug, dass das OLG Naumburg der Politik Nachhilfeunterricht geben muss, wie das Staatsziel Tierschutz in die Praxis umzusetzen ist. Tierschutzverstöße in Ställen und Laboren passieren viel zu oft und sind die Folge von Unrechtsbewusstsein der Verursacher in Kombination mit unterbesetzen Veterinärverwaltungen und unklaren Rechtssituationen. Naumburg hat gestern unüberhörbar den Startschuss zum Ausmisten der staatlich sanktionierten Tierquälerei gegeben. Jetzt muss tatkräftig zugepackt werden“.

Nach diesem Naumburger Urteil (OLG) sind Stalleinstiege zur Dokumentation bei sicherem Wissen über Rechtsverstöße, ohne Zerstörung oder Entnahme von Eigentum und bei Anwendung des mildesten Mittels straffrei. Eine wesentliche Rolle spielt hier der § 34 Strafgesetzbuch (StGB) (Rechtfertigender Notstand).

Geäußert hat sich auch die Landestierschutzbeauftragte von Hessen, Dr. Madeleine Martin.

„Nach Martin sind solche Urteile die Spitze des Eisberges beim deutschlandweiten Vollzugsdefizit im Tierschutzrecht. Eine Tierschutz-Routinekontrolle auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist in einigen deutschen Landkreisen „so häufig wie ein Sechser im Lotto“. Das läge, so Martin, zum einen daran, dass viele Veterinärämter chronisch und seit Jahren unterbesetzt seien, zum anderen aber auch, dass AmtstierärztInnen aus Verbundenheit mit der Landwirtschaft, fehlendem Engagement oder Angst um ihre Karriere über schwerwiegende Missstände hinwegsähen und in solchen Fällen dem Tierhalter nicht einmal unrechtmäßig erhaltene EU Fördermittel kürzen ließen.“

Sie fordert von Bund und Länder:

  • Zeit- und aufgabenmäßige Ausstattung von Veterinärämtern
  • Finanzielle Unterstützung des Bundes an die Länder, für eine zeitnahe Umsetzung
  • Aktive Unterstützung von Amtstierärzten durch die politisch Verantwortlichen

Position von Sozis für Tiere

Solange wir noch Tiere produzieren und dabei massive Vollzugsdefizite in der Kontrolle zulassen sind Stalleinstiege notwendig. Die Kriminalisierung von Recherchearbeit, Verdeckung des politischen Versagens und Beibehaltung des Vollzugsdefizits ist abzulehnen. Folglich lehnen wir auch die Einigung im Koalitionsvertrag ab. Stattdessen ist eine grundsätzliche Neuausrichtung der Menschen-Tiere-Verhältnisse und der Landwirtschaft notwendig. Wir fordern eine Landwirtschaft ohne Ausbeutung und Tierproduktion.

Bild: Animal Rights Watch e.V. (ARIWA)

Der Artikel Der Grund, warum Stalleinstiege legal bleiben müssen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Der Schutz der Tiere und die Koalitionsverhandlungen https://sozis-tiere.de/tierschutz-koalitionsverhandlungen Mon, 29 Jan 2018 08:03:44 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2775 Schreiben von Sozis für Tiere an die Verhandler*innen der SPD zu den Themen Ernährung, Landwirtschaft und Tierschutz: Liebe Genossinnen und Genossen, im letzten Sommer haben wir uns mit den Tierschutzbausteinen… weiterlesen →

Der Artikel Der Schutz der Tiere und die Koalitionsverhandlungen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Schreiben von Sozis für Tiere an die Verhandler*innen der SPD zu den Themen Ernährung, Landwirtschaft und Tierschutz:

Liebe Genossinnen und Genossen,

im letzten Sommer haben wir uns mit den Tierschutzbausteinen in den Prozess für das SPD-Regierungsprogramm 2017 eingebracht, da uns das Regierungsprogramm in dieser Hinsicht deutlich zu schwach war. Da nur zwei unserer Forderungen in das Regierungsprogramm aufgenommen wurden, halten wir an unserer Bewertung grundsätzlich fest.

Als nächstes haben wir vor dem Beginn der Sondierungen mit der Union die positiven Entwicklungen im Regierungsprogramm im Vergleich zu den früheren Papieren hervorgehoben und euch mitgeteilt, warum diese dennoch nicht ausreichend sind. Wir meinen: 4 weitere Jahre Große Koalition bedeuten 4 weitere Jahre Stillstand im Tierschutz.

Diese Einschätzung hat sich leider durch das Ergebnis der Sondierungen bestätigt. Der Fokus auf das Tierwohllabel ist eine Kapitulation vor dem Status Quo. Eine Politik, welche die Alternativen zu Produktion und Konsum von Tieren weder bedenkt noch priorisiert,  ist allerdings nicht in der Lage die Tiere zu schützen.

Unsere Forderungen

Der Bonner Parteitag hat sich knapp für Koalitionsgespräche ausgesprochen. Sollte es zu einer Großen Koalition kommen hoffen wir auf die Umsetzung folgender Forderungen aus dem SPD-Regierungsprogramm, welche wohl den größten Impact für einen progressiven Tierschutz haben:

  • DGE-Standards in Kitas und Schulen: Noch immer gibt es zu wenig Gemüse und Salat und zu viel Fleisch und Wurst in unseren Kitas und Schulen. Die Umsetzung der Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung führt zu gesünder ernährten Kindern und Jugendlichen, unmittelbar und langfristig weniger Klimaschutzemissionen und weniger Tierleid.
  • Verhinderung von Tierhaltungsanlagen: Über das Baurecht soll den Kommunen ein größeres Mitspracherecht über den Bau von Tierhaltungsanlagen eingeräumt werden. Dieser Schritt ist lange überfällig und kann dazu beitragen den Bau weiterer Tierfabriken deutlich zu reduzieren.

Außerdem wäre es alleine schon aus Klimaschutzgründen sinnvoll, dass über die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union zukünftig eine vor allem pflanzlich orientierte Landwirtschaft gefördert wird.

Wie wir bereits in unserem Schreiben zu den Sondierungen dargestellt haben, kann eine sozialistisch oder sozialdemokratische Tierschutzpolitik schwerlich den Büffelbrief von Rosa Luxemburg oder den Text “Sogar Vegetarier“ von Willi Eichler ignorieren. Gerne würden wir bei einer passenden Gelegenheit diese Ansätze mit euch diskutieren und überlegen, welche pragmatischen Forderungen sich aus diesen ergeben könnten.

Dieser Brief wurde auf sozis-tiere.de veröffentlicht.

 

Freundschaft

 

Stefan Sander                                              Ramona Kopec

Der Artikel Der Schutz der Tiere und die Koalitionsverhandlungen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Die Sondierungen mit der Union aus Tierschutzperspektive https://sozis-tiere.de/sondierungen-union-tierschutzperspektive Thu, 04 Jan 2018 12:16:21 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2636 Schreiben von Sozis für Tiere an das SPD-Sondierungsteam: Liebe Genossinnen und Genossen, kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode sagte unsere stellv. Vorsitzende der Fraktion für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Ernährung… weiterlesen →

Der Artikel Die Sondierungen mit der Union aus Tierschutzperspektive erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Schreiben von Sozis für Tiere an das SPD-Sondierungsteam:

Liebe Genossinnen und Genossen,

kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode sagte unsere stellv. Vorsitzende der Fraktion für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Ernährung und Landwirtschaft, Ute Vogt, in einer Bundestagsdebatte:

„Aus Tierschutzgründen brauchen wir dringend eine andere Bundesregierung“[1]

Wir teilen diese Einschätzung! Mit der Union wird weiterhin wenig möglich sein. Zwar hat auch die SPD den Tierschutz noch viel zu wenig im Blick – im letzten Wahlprogramm gab es aber erfreuliche Entwicklungen in diesem Bereich.

Wir wollen diesen Weg in großen Schritten weitergehen, denn eine Sozialdemokratie die sich den Zukunftsfragen stellt, muss sich viel grundsätzlicher mit der Tier-Mensch-Beziehung und der Kritik an der Tierproduktion auseinandersetzen.

Nicht nur gibt es sozialdemokratische Vordenker*innen wie Rosa Luxemburg[2] oder Willi Eichler[3], auch immer mehr Menschen heutzutage spüren ein großes Unbehagen angesichts der Ausbeutung der Tiere. Die SPD muss die Tiernutzungsideologie, die hinter den Begriffen Tierwohl & Artgerecht steht, hinterfragen. Keinesfalls darf Sie sich mit dem Ziel einer zukunftsfähigen Nutztierhaltung zufriedengeben – radikaler, aber auch viel fruchtbarer ist es, Alternativen zur Tierproduktion zu unterstützen und weiterzuentwickeln

Der Wandel hin zu einer Landwirtschaft ohne Tierleid ist aber auch aus anderen Gründen sinnvoll. Das Klimaschutzgutachten der Bundesregierung nennt für das Referenzjahr 2006 bei einer Ernährung gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung[4] eine Einsparung an CO2-Äquivalenten von 9%, bei vegetarischer Ernährung von 20% und bei einer veganen Ernährung sogar von 38%![5] In Anbetracht dieser Zahlen muss die SPD steuernd eingreifen und pflanzlichere Ernährungsstile unterstützen und die Produzenten von Tierprodukten endlich den realen Preis ihres Handelns zahlen lassen. Keineswegs darf sie es bei FB-Posts zum Weltvegetariertag[6] oder der Einführung einer rechtssicheren Kennzeichnung vegetarisch/vegan belassen.

Wir wünschen uns eine SPD, die mit der Zeit geht. Mit einer unbeweglichen Union wird es nicht gehen, wie die Vergangenheit bereits zeigte: Der Ernährungs- und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verweigerte sich gesetzlichen Verboten und setzte vor allem auf „freiwillige Verbindlichkeit“. Er kündigte an und lieferte nicht. Keineswegs ist von ihm eine Unterstützung in der Reduktion der Tierproduktion oder von pflanzlichen Ernährungsstilen zu erwarten. Der Tierschutzbeauftragte der Union war eher ein Tierschutzverhinderungsbeauftragter und die Unionsfraktionsgemeinschaft ließ ihren Minister bei minimalsten Verbesserungen im Regen stehen. Mit dieser Union lassen sich keine wesentlichen Verbesserungen erzielen!

Statt erneut geschwächt aus einer großen Koalition hervorzugehen, sollten wir diese Legislatur vielmehr nutzen um die SPD zu erneuern und unsere Tierschutzpolitik zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Aus Tier-, Umwelt- und Klimaschutzsicht können wir in einer Großen Koalition nichts maßgeblich verändern.

Dieser Brief wurde auf sozis-tiere.de veröffentlicht.

Freundschaft

 

Stefan Sander                                              Ramona Kopec

 

Anhang

„Sozialismus heißt ausbeutungsfreie Gesellschaft – frei von jeder Ausbeutung. Aus-beutung ist auf verschiedene Weise möglich: Der Kapitalist beutet den Proletarier aus, dieser sehr oft seine Frau und Kinder; die Kirche steht als Bundesgenossin dabei und hilft mittels der von ihr betriebenen geistigen Ausbeutung, das heutige System der gesellschaftlichen Ausbeutung am Leben zu erhalten. Das Gemeinsame all dieser Ausbeutungsarten liegt in der Mißachtung der Interessen anderer Wesen, in der Ver-letzung ihrer Rechte – kurz darin, daß sie auf Grund eines bloßen Gewaltverhältnisses zu persönlichen Zwecken mißbraucht werden. Daß solch ein widerrechtliches Gewalt-verhältnis besteht zwischen den kirchlichen Hirten und ihren Herden, zwischen Kapi-talisten und Proletariern und zwischen den imperialistischen Staaten und ihren Kolo-nien, wird heute von fast allen denkenden Menschen zugegeben. Aber wer denkt daran, welch ungeheure Ausbeutung darin liegt, harmlose Tiere zu morden, nur, um sich mit deren Fleisch einen Gaumenkitzel zu verschaffen?“
Auszug aus dem Essay „Sogar Vegetarier“ (1926)[7] von Willi Eichler dem späteren „Cheftheoretiker“ der deutschen Nachkriegssozialdemokratie

„Ach, Sonitschka, ich habe hier einen scharfen Schmerz erlebt; auf dem Hof, wo ich spaziere, kommen oft Wagen vom Militär, voll bepackt mit Säcken oder alten Solda-tenröcken und Hemden, oft mit Blutflecken . . . die werden hier abgeladen, in die Zellen verteilt, geflickt, dann wieder aufgeladen und ans Militär abgeliefert. Neulich kam so ein Wagen, bespannt, statt mit Pferden mit Büffeln. Ich sah die Tiere zum erstenmal in der Nähe. Sie sind kräftiger und breiter gebaut als unsere Rinder, mit flachen Köpfen und flach abgebogenen Hörnern, die Schädel also unseren Schafen ähnlicher, ganz schwarz mit großen sanften Augen. Sie stammen aus Rumänien, sind Kriegstrophäen … die Soldaten, die den Wagen führen, erzählen, daß es sehr müh-sam war, diese wilden Tiere zu fangen und noch schwerer, sie, die an die Freiheit gewöhnt waren, zum Lastdienst zu benutzen. Sie wurden furchtbar geprügelt, bis daß für sie das Wort gilt »vae victis« … An hundert Stück der Tiere sollen in Breslau allein sein; dazu bekommen sie, die an die üppige rumänische Weide gewöhnt waren, elendes und karges Futter. Sie werden schonungslos ausgenutzt, um alle möglichen Lastwagen zu schleppen und gehen dabei rasch zugrunde. Vor einigen Tagen kam also ein Wagen mit Säcken hereingefahren, die Last war so hoch aufgetürmt, daß die Büffel nicht über die Schwelle bei der Toreinfahrt konnten. Der begleitende Soldat, ein brutaler Kerl, fing an, derart auf die Tiere mit dem dicken Ende des Peitschenstie-les loszuschlagen, daß die Aufseherin ihn empört zur Rede stellte, ob er denn kein Mitleid mit den Tieren hätte! »Mit uns Menschen hat auch niemand Mitleid!« antwor-tete er mit bösem Lächeln und hieb noch kräftiger ein … Die Tiere zogen schließlich an und kamen über den Berg, aber eins blutete … Sonitschka, die Büffelhaut ist sprich-wörtlich an Dicke und Zähigkeit, und die war zerrissen. Die Tiere standen dann beim Abladen ganz still erschöpft und eins, das, welches blutete, schaute dabei vor sich hin mit einem Ausdruck in dem schwarzen Gesicht und den sanften schwarzen Augen, wie ein verweintes Kind. Es war direkt der Ausdruck eines Kindes, das hart bestraft worden ist und nicht weiß, wofür, weshalb, nicht weiß, wie es der Qual und der ro-hen Gewalt entgehen soll … ich stand davor und das Tier blickte mich an, mir rannen die Tränen herunter es waren seine Tränen, man kann um den liebsten Bruder nicht schmerzlicher zucken, als ich in meiner Ohnmacht um dieses stille Leid zuckte. Wie weit, wie unerreichbar, verloren die freien, saftigen, grünen Weiden Rumäniens! Wie anders schien dort die Sonne, blies der Wind, wie anders waren die schönen Laute der Vögel oder das melodische Rufen der Hirten. Und hier diese fremde, schaurige Stadt, der dumpfe Stall, das ekelerregende muffige Heu mit faulem Stroh gemischt, die fremden, furchtbaren Menschen, und die Schläge, das Blut, das aus der frischen Wunde rinnt …
O, mein armer Büffel, mein armer, geliebter Bruder, wir stehen hier beide so ohn-mächtig und stumpf und sind nur eins in Schmerz, in Ohnmacht, in Sehnsucht.
Derweil tummelten sich die Gefangenen geschäftig um den Wagen, luden die schweren Säcke ab und schleppten sie ins Haus, der Soldat aber steckte beide Hände in die Hosentaschen, spazierte mit großen Schritten über den Hof, lächelte und pfiff leise einen Gassenhauer. Und der ganze herrliche Krieg zog an mir vorbei …
Schreiben Sie schnell, ich umarme Sie, Sonitschka.“
Rosa Luxemburg im „Büffelbrief“ (1917)[8]

 

 

[1] Debatte vom 15.05.2017 über ein Verbot des Tötens trächtiger Rinder und einer Einschränkung der Pelztierzucht, https://dbtg.tv/fvid/7111015

[2] http://gutenberg.spiegel.de/buch/-2090/18 und Anhang

[3] https://sozis-tiere.de/sogar-vegetarier und Anhang

[4] Nach der DGE sollte der Fleischkonsum pro Woche bei 300 bis 600 g liegen: http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/.

[5] Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL (2016): Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin, S. 210

[6] https://www.facebook.com/SPD/photos/a.73469452748.75861.47930567748/10153976731542749/?type=3

[7] https://sozis-tiere.de/sogar-vegetarier

[8] http://gutenberg.spiegel.de/buch/-2090/18

Der Artikel Die Sondierungen mit der Union aus Tierschutzperspektive erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
SPD erneuern – Tiere schützen https://sozis-tiere.de/spd-erneuern-tiere-schuetzen Fri, 01 Dec 2017 00:52:26 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2509 Am 27.November 2017 hat das Präsidium der SPD den Leitantrag für den Bundesparteitag vom 07. – 09.12.2017 in Berlin beschlossen. Leider werden die Themen Ernährung, Landwirtschaft und Tiere bislang faktisch… weiterlesen →

Der Artikel SPD erneuern – Tiere schützen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Am 27.November 2017 hat das Präsidium der SPD den Leitantrag für den Bundesparteitag vom 07. – 09.12.2017 in Berlin beschlossen. Leider werden die Themen Ernährung, Landwirtschaft und Tiere bislang faktisch nicht behandelt! Sozis für Tiere hat daher zwei mutige und grundsätzliche Änderungsanträge entworfen!

Achtung:
Die Gliederungen müssen ihre Änderungsanträge bis zum 03.12 um 24 Uhr eingereicht haben. Weitere Details findest du auf einer Unterseite von spd.de

Antragsteller: XXXXXX
Klima und Ernährung
Ergänze auf S. 2, Z. 26 hinter „entgegentreten“:
„Bis zu 25 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland entstehen durch unser Ernährungssystem. Daher müssen wir unsere Bemühungen um nachhaltige Ernährungsstile dringend intensivieren.“

Antragsteller: XXXXXX
Tierproduktion hinterfragen
Ergänze auf S. 9, Z. 39:
„Wie können wir eine Debatte um die Zukunft der Tierproduktion beginnen, welche kritische naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Positionen wahrnimmt und eine Befreiung der Tiere sowie Alternativen zur Tierproduktion nicht von Beginn an ignoriert?“

Der Artikel SPD erneuern – Tiere schützen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Tierschutzempfehlungen für ein Landtagswahlprogramm der SPD Hessen https://sozis-tiere.de/tierschutzempfehlungen-landtagswahlprogramm-spd-hessen Fri, 24 Nov 2017 11:40:45 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2498 Allenthalben ist die Sehnsucht nach einer anderen SPD zu spüren. Viele Menschen entwickeln Forderungen und Vorschläge, wie sich die neu aufstellen und erneuern soll. Der Parteivorsitzende selbst fordert etwa in… weiterlesen →

Der Artikel Tierschutzempfehlungen für ein Landtagswahlprogramm der SPD Hessen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Allenthalben ist die Sehnsucht nach einer anderen SPD zu spüren. Viele Menschen entwickeln Forderungen und Vorschläge, wie sich die neu aufstellen und erneuern soll. Der Parteivorsitzende selbst fordert etwa in einem bemerkenswerten Interview mit der ZEIT „Mut zur Kapitalismuskritik“ ein1. Allerdings stellt Sozis für Tiere das Fehlen einer starken Kritik noch bei einem anderen Thema fest:

Der Sozialdemokratie in Deutschland ist das Fehlen von Visionen für eine leidfreiere Nahrungsmittelproduktion – heute werden 750 Millionen Tiere im Jahr in Deutschland geschlachtet – vorzuwerfen. Sie verweigert sich größtenteils dieser gesellschaftlichen Debatte, sie wirft keine Fragen auf und kann daher auch keine zukunftsfähigen Antworten geben. Das ist umso tragischer, da die Sozialdemokratie mit Rosa Luxemburg, August Bebel und Willi Eichler einige Vordenker*innen zu dem Thema in ihren Reihen hatte.

Die SPD muss dringend fundierte, d.h. gesellschaftskritische und wissenschaftliche, Positionen entwickeln, ob und wie viele Tiere zukünftig produziert werden sollen und wie umwelt- und klimafreundlichere und tiergerechtere pflanzliche Alternativen effektiv gefördert werden können.

Eine Selbstbeschränkung auf die Verbesserung des Tierwohls und die Einführung eines Tierwohllabels wäre unzureichend und nicht geeignet, wirkliche und flächendeckende Veränderungen zu bewirken.

Sozis für Tiere empfiehlt der SPD in Hessen folgende Punkte in ihr Landtagswahlprogramm 2018 aufzunehmen um starke Kritik und Forderungen an den gesellschaftlichen Verhältnissen in unserem Umgang mit Tieren zu richten und mit Engagement für Alternativen die Stimmen der Wähler*innen zu gewinnen. Denn nicht zuletzt ist für 2/3 der Verbraucher Tierschutz wichtig. 40 % gehen davon aus, dass es den Tieren heute schlechter geht als früher und 73 % der Bevölkerung fordern von der Politik mehr Einsatz für den Tierschutz2. Daher muss starken Tierschutzforderungen im Landtagswahlprogramm Raum gegeben werden.

Die Ernährungswende beginnt mit uns

Die amerikanischen Academy of Nutrition and Dietetics (AND) ist die weltgrößte Organisation für Ernährungsfachleute. Sie stellt fest: „Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend“. Wer sich glaubhaft für Tierschutz und eine nachhaltige Ernährung einsetzt kommt um die Förderung einer pflanzlich orientierten Ernährung nicht mehr herum. So hat zuletzt auch der konservative Deutsche Tierschutzbund ein veganes Kochbuch herausgegeben. Pflanzlich betonte Ernährungsformen sind klarerweise tiergerechter und erzeugen nach dem Klimaschutzgutachten der Bundesregierung bis zu 38 % weniger Treibhausgasemissionen. Diese nachhaltigen Ernährungsstile nicht länger zu behindern und stattdessen zu fördern muss folglich wesentlicher Bestandteil eines vorbeugenden sozialdemokratischen Tierschutzes sein.

Sozis für Tiere empfiehlt der SPD Hessen daher:

  • Das in Hessen rückläufige europäische Schulmilchprogramm soll, sofern rechtlich möglich, beendet werden.
  • Der Kochunterricht soll verstärkt auf pflanzliche Ernährung setzen und diesen mindestens gleichberechtigt lehren. Gleichzeitig muss Schüler*innen aus ethischen Gründen eingestanden werden keine Tierprodukte zu kochen und zu konsumieren.
  • Über eine Bundesratsinitiative soll die Besteuerung von pflanzlichen Alternativprodukten für Kuhmilch auf den ermäßigten Mehrwertsteuersatz verringert werden, um so steuerliche Benachteiligungen aufzuheben.
  • Das hessische Umweltministerium soll bei eigenen Veranstaltungen nur noch Vegetarisches und Veganes anbieten. Das sozialdemokratische geführte Bundesumweltministerium ging 2017 voran, es wolle durch diese Haltung „glaubwürdig und vorbildlich“ sein.
  • Die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung (Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Gefängnisse) soll gesetzlich verpflichtet werden, vegane Speisen anzubieten. Portugal ist diesen Weg im März 2017 gegangen und hat vor dieser Regelung Kochschulungen durchgeführt.
  • Bestehende Unsicherheiten bei pflanzlich orientierten Ernährungsstilen – insbesondere bei der veganen Ernährung – sollen durch weitere Forschung aufgelöst werden. Beispielsweise kann die Forschung des renommierten Instituts für alternative Ernährung in Gießen unterstützt werden. Der Staat hat hier eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bürger*innen, die sich über ihren Konsumstil besonders für Tiere und Umwelt einsetzen.

Landwirtschaft – Die Zukunft ist offen

Die SPD muss gesellschaftskritische und wissenschaftliche Positionen entwickeln, ob und wie viele Tiere zukünftig produziert werden sollen und wie umwelt- und klimafreundlichere und tiergerechtere pflanzliche Alternativen effektiv gefördert werden können. Bis es zu diesen Positionierungen gekommen ist, reichen Nachhaltigkeitserwägungen, um den Tierbestand bedeutsam zu reduzieren, wie einmal in der Diskussion um den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung angedacht.

Sozis für Tiere empfiehlt der SPD Hessen daher:

  • Agrarfördermittel sollen verstärkt eine pflanzenorientierte Landwirtschaft unterstützen, die zudem ohne tierische „Veredelungsverluste“ auskommt.
  • Insbesondere sollen Proteinpflanzen wie Lupinen, aus denen eine tierschutzgerechte und umweltfreundliche Alternative zu Tierprodukten hergestellt werden kann, gefördert werden.
  • Bei Stallbauten ist die Herabsetzung der Mengengrenzen zur Erreichung eines Verfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung sowie eine bereits bei einer niedrigeren Anzahl von Tieren einsetzende Verpflichtung, ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz durchzuführen, notwendig.

Bildung – Umdenken in den Bildungseinrichtungen

In dem SPD Regierungsprogramm aus dem Jahr 2013 heißt es: „Der Ausbau der Ernährungsbildung an Kindergärten und Schulen ist ein wichtiger Baustein, um die Veränderung von Konsumgewohnheiten zu fördern, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und nachhaltigen Konsum zu lernen“. Das ist weiterhin richtig, doch gleichzeitig muss hinterfragt werden was im Bereich Tierschutz unterrichtet werden soll.

Sozis für Tiere empfiehlt der SPD Hessen daher:

  • Es ist sicherzustellen, dass zumindest die ernährungsphysiologischen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Bereich der Schulverpflegung eingehalten werden. Derzeit wird deutlich zu häufig Fleisch und Wurst angeboten, während das Angebot von Gemüse, Salat und Rohkost zu kurz kommt.

Der Tierschutz im Unterricht soll nicht nur den politischen Status Quo verteidigen, sondern darüber hinaus fragen, ob die Unterscheidung Haustier und Nutztier moralisch Sinn ergibt und ob das Tierwohlkonzept wichtige gesellschaftlichen Fragen zum Mensch-Tier-Verhältnis nicht vollkommen offenlässt. Tierschutz soll daher vor allem im Ethik- und Politikunterricht gelehrt werden.

  1. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/martin-schulz-spd-interview
  2. „Einstellung zum Tierschutz: Für gut 2/3 der Verbraucher ist Tierschutz wichtig, nur für 13,1 % ist das Thema bedeutungslos, ein Viertel ist gleichgültig. Dabei gehen 41,3% der Befragten davon aus, dass es den Tieren heute in der Landwirtschaft schlechter als früher geht – nur 21,1% denken, die Tierhaltung habe sich verbessert. Dies ist eine sehr skeptische Einschätzung der landwirtschaftlichen Entwicklung.“

    (n = 1024/Winter 2015, Zühlsdorf, Spiller, Gauly, Kühl (2016): Wie wichtig ist Verbrauchern das Thema Tierschutz?)

Der Artikel Tierschutzempfehlungen für ein Landtagswahlprogramm der SPD Hessen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
SPD-Bundestagswahlprogramm: Tierschutz-Bausteine für Sozialdemokrat*innen https://sozis-tiere.de/spd-bundestagswahlprogramm-tierschutz-bausteine-2017 Wed, 17 May 2017 07:50:40 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2138 SPD-Wahlprogramm. Tierschutzlabel und andere kosmetische Änderungen reichen nicht aus um die Leidkultur zu beenden. Die folgenden Bausteine zu einem progressiven Tierschutz können Tieren helfen. Unsere Ernährung, unser Konsum und unsere Forschung… weiterlesen →

Der Artikel SPD-Bundestagswahlprogramm: Tierschutz-Bausteine für Sozialdemokrat*innen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
SPD-Wahlprogramm. Tierschutzlabel und andere kosmetische Änderungen reichen nicht aus um die Leidkultur zu beenden. Die folgenden Bausteine zu einem progressiven Tierschutz können Tieren helfen.

Unsere Ernährung, unser Konsum und unsere Forschung basiert häufig auf der Ausbeutung von Tieren. Alleine in der Bundesrepublik hat die Agrarwirtschaft 753 Millionen Tiere getötet (2016), 2,8 Millionen wurden in Tierversuchen verwendet (2015).
Die Bekämpfung dieser Leidkultur, d.h. die Produktion, Ausnutzung und Tötung von Tieren, ist für uns Teil der sozialen Gerechtigkeit. Wir wollen alles daransetzen, pflanzliche Ernährung als Alternative zur Gewalt an Tieren auszubauen und für jede(n) verfügbar zu machen. Auch Tierversuche sollen ersetzt werden.

Der Programmentwurf ist unzureichend

Am 16. Mai 2017 veröffentlichte der SPD-Parteivorstand den Programmentwurf zur Bundestagswahl am 24. September. Einerseits räumt dieser Entwurf, der wachsenden Bedeutung des Tierschutzes angemessen, dem Thema Tierschutz mehr Platz ein. Nie zuvor hat Tierschutz für die SPD eine solch große Rolle gespielt, wie in diesem Regierungsprogramm (vgl. Regierungsprogramm: 1998).

Andererseits reicht es aber längst nicht aus, im Paradigma des traditionellen Tierschutzes zu verharren. Wir wollen die Produktion und Tötung von Tieren grundsätzlicher hinterfragen.

SPD-Programmentwurf ändern

Bis zum 23. Mai können die SPD-Ortsvereine und alle höheren Ebenen Änderungsanträge für das SPD-Bundestagswahlprogramm einreichen. Die Änderungsanträge müssen den festgelegten Formalia folgen und die Programmkomission bis zum Dienstag, den 23. Mai um 24 Uhr, erreichen.

Sozis für Tiere hat Bausteine entwickelt, die einerseits ein wesentlich höheres Maß an Tierschutz garantieren. Andererseits haben wir uns auf Änderungen beschränkt, denen wir eine gewisse Erfolgschance in den Ortsvereinen und auf dem SPD-Programmparteitag am 25. Juni einräumen.

SPD-Regierungsprogramm: Bausteine für einen progressiven Tierschutz

Tierschützer*innen in der SPD fordern wir auf, sich mit unseren Bausteinen auseinanderzusetzen und bei der Unterstützung dieser Forderungen diese auch in dem eigenen Ortsverein/höheren Gliederungen einzubringen. Wir sind auf die Weiterverbreitung dieser Bausteine angewiesen!

Alle Änderungsanträge herunterladen

Lade alle Änderungsanträge mit einem Klick herunter. Bevor du einen oder mehrere Anträge bei dir vor Ort einbringst solltest du noch deine Gliederung ergänzen.

Tierversuche effektiv reduzieren

S. 19, Z. 708 – Abschnitt: Innovation und Gründergeist, nach letztem Absatz

Ergänze: „Die Anzahl der Tierversuche wollen wir verringern und uns für die Verbreitung der 3-R-Methoden (zu deutsch: Vermeiden, Verringern, Verbessern) in der Forschung einsetzen. Wir wollen alternative Forschungsmethoden fördern, die ohne oder mit deutlich weniger Tieren auskommen.“

Bio-Vegane Landwirtschaft ist Goldstandard

S. 35, Z. 1432 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, 3. Absatz, 2. Satz

Ersetze: ab „ausrichten.“ durch „Die pflanzliche, insbesondere die bio-vegane Landwirtschaft ist derzeit die nachhaltigste Form der Landwirtschaft. Um die Nachfrage nach Lebensmitteln zu bedienen, ist die pflanzliche bzw. die bio-vegane Landwirtschaft notwendig. Die konventionelle Landwirtschaft kann so sinnvoll reduziert werden.“

Wir brauchen eine Nutztierreduzierungsstrategie

S. 35, Z. 1446 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, 6. Absatz, 1. Satz

Ersetze: ersten Satz durch „Wir wollen eine nationale Nutztierreduzierungsstrategie erarbeiten, die industrielle Tierproduktion innerhalb der nächsten 18 Jahre überwinden und ein modernes Tierschutzgesetz schaffen, welches Tiere vor einem Leben als Produktionsmittel schützt.“

Pelzfarmen, Wildtiere im Zirkus, Delfinarien

S. 35, Z. 1455 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, nach 7. Absatz

Ergänze: „Wir wollen die Pelzfarmen schließen, die Nutzung von Wildtieren im Zirkus stoppen und die Gefangenschaft der Delfine in Delfinarien beenden.“

Wildtierhandel, Handel mit Wildfängen und gewerbliche Tierbörsen

S. 35, Z. 1455 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, nach 7. Absatz

Ergänze: „Den illegalen Wildtierhandel und den Handel mit Wildfängen auf gewerblichen Tierbörsen unterbinden wir.“

Förderung verstärkt für pflanzenorientierte Landwirtschaft

S. 36, Z. 1470 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, nach 9. Absatz

Ergänze: „Die Agrarfördermittel sollen zukünftig verstärkt eine pflanzenorientierte Landwirtschaft unterstützen.“

Gesund, Nachhaltig und Klimafreundlich

S. 36, Z. 1481 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, 11. Absatz, 1. Satz

Ergänze: nach „gesund“ mit „und nachhaltig“

S. 36, Z. 1482 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, 11. Absatz, 4. Satz

Ergänze: nach „ausgewogene“ mit „und verstärkt klimafreundliche“

Kennzeichnung Vegetarisch/Vegan

S. 36, Z. 1486 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, nach 11. Absatz

Ergänze: „Wir setzen uns für eine rechtsverbindliche Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte ein.“

Pflanzenmilch mit 7% besteuern

S. 36, Z. 1486 – Abschnitt: Verantwortungsvolle Landwirtschaft und gesunde Ernährung, nach 11. Absatz

Ergänze: „Wir wollen pflanzliche Alternativprodukte die einen Beitrag zum Klimaschutz und der Reduzierung von Tierleid leisten mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz besteuern.“

Sharepics

Tiere schützenLeidkultur beenden - Sau liegt auf HolzspänenBilder via: gratisography.com

Der Artikel SPD-Bundestagswahlprogramm: Tierschutz-Bausteine für Sozialdemokrat*innen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Umfrage zur Gemeinsamen Agrarpolitik → Tierproduktion senken! https://sozis-tiere.de/umfrage-gemeinsame-agrarpolitik-tierproduktion Fri, 28 Apr 2017 12:00:02 +0000 https://sozis-tiere.de/?p=2002 Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) trat 1962 in Kraft um die Bauern der 6 Gründungsmitglieder der Europäischen Union zu unterstützen. Neben Änderungen in den Zielsetzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik hat sich diese… weiterlesen →

Der Artikel Umfrage zur Gemeinsamen Agrarpolitik → Tierproduktion senken! erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) trat 1962 in Kraft um die Bauern der 6 Gründungsmitglieder der Europäischen Union zu unterstützen. Neben Änderungen in den Zielsetzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik hat sich diese schließlich auch eine höhere Bürgerbeteiligung auf die Agenda gesetzt.

Die Bürgerbefragung der EU-Kommission zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik läuft nur noch bis zum 02. Mai 2017. Wir sollten diese Chance nicht verstreichen lassen, denn es darf nicht sein, dass Bauernlobby und Agrarkonzerne über unsere Landwirtschaft und Ernährung bestimmen. Nutzen wir also unsere Stimme um mitzuentscheiden, wofür 40 % des EU-Haushalts – 60 Milliarden Euro – genutzt werden.

Um es gleich vorweg zu sagen: Sozis für Tiere kämpft für einen progressiven Tierschutz. Daher fordern wir die Agrarwende! Wir wollen Bauern dabei unterstützen ihre Tierhaltung zu Gunsten einer pflanzlichen Landwirtschaft aufzugeben. Keine Subventionierung einer grausamen, umwelt- und klimaschädlichen Tierproduktion.

Die Befragung der EU-Kommission zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Die Umfrage der Kommission besteht aus 34 Fragen und ist in vier Bereiche gegliedert:

  1. die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) von heute
  2. Ziele und Steuerung in der GAP
  3. Landwirtschaft, ländliche Gebiete und die GAP von morgen
  4. Modernisierung und Vereinfachung der GAP

Die Fragen sind nicht immer einfach zu verstehen und nicht immer alle wünschenswerten Antworten verfügbar. Bei fast allen könnt ihr aus mehreren Optionen wählen, bei anderen die Relevanz von Problemen und Zielen gewichten. Mehrere Fragen können jedoch mit jeweils 1500 Zeichen beantwortet werden, beispielsweise haben wir für folgende Fragen Antwortvorschläge entwickelt:

  • 16. Halten Sie es für eine modernisierte GAP für erforderlich, weitere Ziele hinzuzufügen? Wenn ja, welche? (Sprungmarke 16.)
  • 33. Haben Sie weitere Anregungen zur Modernisierung der GAP? (Sprungmarke 33.)

Zur Umfrage der EU-Kommission

Don’t Panic – Wir helfen beim Ausfüllen!

Für viele Fragen haben wir einen Vorschlag, für andere nicht. Allerdings müssen auch nicht alle Fragen beantwortet werden. Weitere Unterstützung beim Ausfüllen der Umfrage findet ihr am Ende der Vorlage.

1. Welches sind die wichtigsten Herausforderungen für die Landwirtschaft und die ländlichen Gebiete in der EU?

    • Anpassung an die Entwicklungen bei den Forderungen der Verbraucher/der Gesellschaft
    • Belastung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen
    • Klimawandel (Eindämmung und Anpassung)

3/3 Antworten ausgewählt.

2. Mit welchen der derzeitigen politischen Instrumente der GAP können die vorstehenden Herausforderungen am besten bewältigt werden?

    • Förderung von Umwelt- und Klimamaßnahmen in der Landwirtschaft und in ländlichen Gebieten im Rahmen der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums
    • Regulatorische Ansätze (wie Standards und Vorschriften)

2/5 Antworten ausgewählt.

3. Inwieweit werden diese Herausforderungen durch die derzeitige GAP erfolgreich bewältigt?

  • Gar nicht

4. Welche Beiträge der Landwirte zu unserer Gesellschaft sind Ihrer Meinung nach am wichtigsten?

Living Land beschließt in seinen Antwortempfehlungen (siehe unten) diese Frage nicht zu beantworten, dem schließen wir uns an.

5. Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?

Keine Antwort von uns.

6. Was sind die wichtigsten ökologischen Herausforderungen für die Landwirtschaft?

  • Schutz der biologischen Vielfalt
  • Nachhaltigere Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln

2/3 Antworten ausgewählt. Weitere Antwort auswählbar.

7. Inwieweit wird diesen ökologischen Herausforderungen durch die derzeitige GAP erfolgreich begegnet?

  • Gar nicht

8. Was sind die größten Hindernisse, um Landwirt zu werden?

Keine Antwort von uns.

9. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Triebkräfte für Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der ländlichen Wirtschaft?

  • Unterstützung bei der Anpassung an neue gesellschaftliche Anforderungen (z. B. Ernährungsempfehlungen)

1/5 Antworten ausgewählt.

10. Seit 2003 unterstützt die landwirtschaftliche Betriebsberatung Landwirte dabei, EU-Vorschriften sowie den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand besser zu verstehen und einzuhalten. Wie würden Sie die gegenwärtige Situation in Ihrem Gebiet hinsichtlich folgender Aspekte beschreiben?

Keine Antwort von uns.

11. Haben die jüngsten Reformen der GAP die Politikkohärenz im Interesse der Entwicklung ausreichend berücksichtigt?

Keine Antwort von uns.

12. Welches sind die größten Probleme/Hindernisse, weshalb mit der derzeitigen Politik ihre Ziele nicht erreicht werden? – 1500 Zeichen

Keine Antwort von uns.

13. Welche Elemente der derzeitigen GAP sind am komplexesten bzw. mit dem größten Aufwand verbunden und warum? – 1500 Zeichen

Keine Antwort von uns.

14. Die Europäische Kommission hat für ihre Arbeit im Zeitraum 2014–2020 zehn Schwerpunkte festgelegt, von denen die meisten für die GAP von Bedeutung sind http://ec.europa.eu/priorities/index_de
Bitte geben Sie die wichtigsten Prioritäten an, zu denen die GAP mehr beitragen sollte.

  • Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels sowie Bereitstellung erneuerbarer Energien

1/3 Antworten ausgewählt.

15. Welche der nachfolgend genannten Ziele sollten die wichtigsten Ziele der GAP sein?

  • Sicherung der Versorgung mit Lebensmitteln zu angemessenen Preisen für die Verbraucher
  • Förderung der Versorgung mit gesunden und hochwertigen Erzeugnissen
  • Beitrag zu einem hohen Umweltschutzniveau in der gesamten EU
  • Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels

3/5 Antworten ausgewählt.

16. Halten Sie es für eine modernisierte GAP für erforderlich, weitere Ziele hinzuzufügen? – Wenn ja, welche?

Wesentliches Ziel einer modernisierten und emanzipativen Gemeinsamen Agrarpolitik muss sein die Tierproduktion und die damit verbundene Gewalt an Tieren zu hinterfragen und zu stoppen und nach Alternativen zu suchen.
Wir wollen keine Tiere mehr in kleine Käfigen stopfen. Tiere sind keine Ware, sondern schmerzempfindliche Lebewesen.
Zudem ist die Tierproduktion laut dem UN International Resource Panel 2016 für 15% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine vegane Ernährung produziert nach dem Klimaschutzgutachten 2016 der Bundesregierung bis zu 38% weniger Treibhausgasemissionen (S. 210).
Daher sollen erhebliche finanzielle Mittel in eine pflanzliche Landwirtschaft fließen, insbesondere die bio-vegane Landwirtschaft soll gefördert werden.

In der Antwort zur Frage 33 finden Sie Anregungen zur Umsetzung.

823/1500 Zeichen

17. Würden Sie den folgenden Aussagen zustimmen: „Es ist sinnvoll, eine Gemeinsame Agrarpolitik zu haben, denn wir brauchen…“?

  • Ich stimme weitgehend zu: Gemeinsame Ziele zur Bewältigung grenzüberschreitender Herausforderungen (Ernährungssicherheit, Umwelt, Klimawandel, biologische Vielfalt usw.)

18. Welche Ebene sollte Ihrer Meinung nach für die folgenden GAP-Ziele in erster Linie verantwortlich sein?

EU:

  • Beitrag zu einem hohen Umweltschutzniveau in der gesamten EU
  • Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels

19. Stimmen Sie folgenden Aussagen zu?

Ich stimme weitgehend zu:

  • Die Agrarpolitik sollte im Bereich Umwelt und Klimawandel größeren Nutzen bringen.
  • Zielgerichtete Investitionen zur Förderung von Umstrukturierungen und Innovationen sollten unterstützt werden.

20. Glauben Sie, dass folgende Maßnahmen im Rahmen der GAP die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte erhöhen könnten?

Keine Antwort von uns.

21. Welche der folgenden Kriterien sind bei der Zuweisung von Direktzahlungen am wichtigsten?

  • Bestimmte Erzeugnisse und/oder Sektoren
  • Begrenzung der Förderung für große Betriebe („Deckelung“)

2/5 Antworten ausgewählt.

22. Durch welche Maßnahmen könnte die Ausfuhrleistung der EU weiter verbessert werden?

Keine Antwort von uns.

23. Wo kann angesichts der Forderungen der Verbraucher wie auch der Gesellschaft im weiteren Sinne die Verknüpfung zwischen der GAP und Standards verbessert werden?

Keine Antwort von uns.

24. Stimmen Sie in Bezug auf höhere Produktionsstandards den folgenden Aussagen zu?

  • Die Landwirte müssen strengere Vorschriften auch ohne besondere finanzielle Unterstützung beachten.

25. Zu welchem der folgenden Umweltschutzziele sollte die GAP mehr beitragen?

  • Verhinderung und Verringerung von Wasserverschmutzung (Pestizide, Düngemittel)
  • Nachhaltige Nutzung von Wasser
  • Verhinderung des Verlusts der biologischen Vielfalt

3/3 Antworten ausgewählt

26. Was sind die wichtigsten Ziele für die GAP, um dem Klimawandel besser zu begegnen?

  • Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft

1/3 Antworten ausgewählt.

27. In welchem der folgenden Bereiche sollte Ihrer Meinung nach die Förderung für nachhaltige Waldbewirtschaftung im Rahmen der GAP ausgebaut werden?

Keine Antwort von uns.

28. In welchen Bereichen sollte die GAP mehr für ländliche Gebiete tun?

Keine Antwort von uns.

29. Wie kann die GAP Junglandwirte oder andere junge Unternehmer in ländlichen Gebieten besser unterstützen?

Keine Antwort von uns.

30. Wie könnten Innovationen am besten gefördert werden?

Keine Antwort von uns.

31. Könnte die GAP Ihrer Meinung nach einfacher sein, wenn

  • Ich stimme weitgehen zu: Überschneidungen zwischen der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums und anderen Maßnahmen der GAP verringert würden
  • Ich stimme nicht zu: Vermehrt Pauschalen gezahlt würden
  • Ich stimme eher nicht zu: Landwirten bei den Umweltmaßnahmen mehr Wahlmöglichkeiten eingeräumt würden

32. Haben Sie konkrete Vorschläge, wie die GAP vereinfacht und der Verwaltungsaufwand für Landwirte/Begünstigte (oder öffentliche Verwaltungen) verringert werden könnte? – 1500 Zeichen

Bitte führen Sie Ihre Vorschläge näher aus und erläutern Sie die Gründe.
Keine Antwort von uns.

33. Haben Sie weitere Anregungen zur Modernisierung der GAP?

Statt Gelder in das vermeintliche Tierwohl zu investieren sollen diese und andere Mittel genutzt werden um aus der Tierproduktion auszusteigen.

Bauern sollen dabei unterstützt werden aus ihren Betrieben mit Tierproduktion „vieh“lose oder noch besser bio-vegane Betriebe zu machen (http://biovegan.org/tierhaltung-landwirt-steigt-aus-the-vegan-society-hilft-dabei/).

Bio-vegane Landwirtschaft soll durch Forschung, Wissensaustausch, Demonstrationsbetriebe, Öffentlichkeitskampagnen und einen leichten Zugang zu Fördergeldern unterstützt werden.

Die Eiweißstrategie muss dazu dienen Menschen direkt zu ernähren. Die Futtermittelproduktion soll nicht länger durch die Eiweißstrategie gefördert werden.

797/1500 Zeichen

Weitere Vorlagen und Positionierungen zur Konsultation und der GAP

Wer weitere Anliegen unterstützen will kann sich an folgenden Vorlagen und Positionierungen orientieren:

Zudem kann ein Blick in den Grow Green Report (2015) der Vegan Society (GB) anregen.

Der Artikel Umfrage zur Gemeinsamen Agrarpolitik → Tierproduktion senken! erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Die 10 besten Tierschutz-Beschlüsse der SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen https://sozis-tiere.de/10-besten-tierschutz-beschluesse-spd-jusos-hochschulgruppen-2016 Thu, 01 Sep 2016 10:38:50 +0000 http://sozis-tiere.de/?p=1750 Für die SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen war die Frage der Behandlung von Tieren nie ein Kernanliegen und wird es möglicherweise nie sein. Das heißt jedoch nicht, dass sie nie diskutiert… weiterlesen →

Der Artikel Die 10 besten Tierschutz-Beschlüsse der SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Für die SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen war die Frage der Behandlung von Tieren nie ein Kernanliegen und wird es möglicherweise nie sein. Das heißt jedoch nicht, dass sie nie diskutiert wurde, oder es nie weitgehende Forderung in der deutschen Sozialdemokratie gab. Beispielsweise schrieb Willi Eichler bereits 1926 sein Essay „Sogar Vegetarier“. Seine Fragen und Kritik haben für einen sozialdemokratischen Tierschutz an Aktualität nicht verloren.

Auch in den letzten Jahren haben sich Genoss*innen viele Gedanken gemacht, welche Einstellung die Sozialdemokratie zur Schlachtung/Tötung von 776,5 Mio. Tiere (Deutschland/2015) einnehmen soll, wie wir die Agrarwirtschaft umsteuern können und welche Hindernisse für eine pflanzlichere Ernährung politisch aus dem Weg geräumt werden können.

Das Beschlussarchiv von Sozis für Tiere bietet einen Einblick in die Beschlusslage von SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen zu diesen und weiteren Themen. Wir haben das Beschlussarchiv bis 2011 ausgewertet, nach den 10 besten Tierschutz Beschlüssen gesucht und sind fündig geworden.

10. Umdenken beginnt bei uns: Weniger Fleischkonsum bei den Juso-Hochschulgruppen (Juso-Hochschulgruppen, 2013)

Der gut begründete Beschluss setzt bei der Anmeldung für Veranstaltungen auf die Wahlmöglichkeit (Fleisch, Vegetarisch, Vegan) und nennt Gründe für einen moderaten Fleischkonsum(!). So soll keine Verpflegung als „normal“ vorausgesetzt werden. Problematisch bleibt, dass lediglich der Fleischkonsum kritisiert wird. Für den Verband ist der Beschluss jedoch ein großer Schritt gewesen.

9. Für eine ökologische Wende an den Hochschulen! (Juso-Hochschulgruppen, 2015)

In einem Beschluss mit vielen ökologischen Forderungen an die Hochschulen wird erstmals ein mehr oder minder konkretes Ziel für die Entwicklung des Fleischkonsums genannt. Die Juso-Hochschulgruppen wollen in den nächsten zwei Jahren eine 40 % Reduzierung des Fleischkonsums in Mensen erreichen.

8. Für Menschen, Umwelt und Tiere: Pflanzliche Angebote in Kindertagesstätten, Schulen und Kantinen ausbauen (Jusos Hessen-Nord, 2015)

Auf zwei Seiten werden Vorschläge gemacht, wie pflanzliche Angebote in Kindertagesstätten, Schulen und Kantinen mit den Konsument*innen verändert werden können und warum das aus Perspektive der Gesundheit, Welternährung, Umwelt und Klima, Tierschutz notwendig ist und die Ausgrenzung von Menschen verhindert.

7. Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit (Jusos Sachsen-Anhalt, 2016)

Die Jusos Sachsen-Anhalt positionieren sich auf zwei Seiten und stellen ihre Forderungen in den Bereichen Landwirtschaft, Heimtiere, Wildtiere und Verbraucherschutz auf. Neben weicheren aber notwendigen Themen werden grundsätzliche Fragen angesprochen, wenn es darum geht die Haltung von Delfinen in Delfinarien, die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten und Pelzfarmen abzuschaffen.

6. Resolution gegen Massentierhaltung, Abbau entsprechender Subventionen (SPD Baden-Württemberg, 2011)

Die Resolution fordert den Ausstieg aus der Massentierhaltung und als Zwischenschritt die Abschaffung sämtlicher Subventionen in Baden-Württemberg. Die freiwerdenden Mittel sollen in die ökologische Landwirtschaft fließen. Begründet wird der Beschluss mit Tierleid, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Gesundheit und Welthunger.

5. Ökonomie, Ökologie und globale Verantwortung gemeinsam denken – Konsumgewohnheiten hinterfragen (Jusos Schleswig-Holstein, 2013)

Hinter dem abstrakten Titel verbirgt sich die Forderung den Fleischkonsum intensiver zu hinterfragen und auch Konsumsteuern auf tierische Produkte zu diskutieren. Vor allem aber soll bei Veranstaltungen nur noch Fleisch aus „artgerechter Tierhaltung“ angeboten werden. Spannend bleibt, ob es eine artgerechte Tierhaltung überhaupt gibt und wieviel Fleisch folglich bei den Jusos Schleswig Holstein angeboten wird.

4. Landwirtschaftspolitik neu denken (SPD Hessen Nord, 2014)

Der Beschluss mit dem Untertitel „ökologisch, nachhaltig und vor allem sozial!“ kritisiert auf 6 Seiten viele verschiedene Probleme der Landwirtschaftspolitik und positioniert sich mit konkreten Forderungen. In die Forderungen haben es sowohl Professuren für die „pflanzliche Landwirtschaft“ sowie „pflanzliche Ernährung“, der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Pflanzenmilch, vegane Alternativen in den Mensen und ein gutes pflanzliches Angebot bei SPD-Veranstaltungen geschafft.

3. Europas Agrarpolitik muss nachhaltig werden (SPD Schleswig-Holstein, 2011)

Die SPD Schleswig-Holstein fordert seit 2011 eine massive Umsteuerung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union hin zu mehr Nachhaltigkeit. Gefordert wird u.a. eine Begrenzung auf eine Großvieheinheit pro Hektar.

2. Für eine nachhaltige Hochschulgastronomie und einen progressiven Tierschutz (Juso-Hochschulgruppen, 2015)

Die Juso-Hochschulgruppen haben ihre bisherigen Forderungen an die Verpflegung in den Mensen zusammengefasst und mit der Forderungen an die SPD verbunden, nach Förderinstrumenten für pflanzliche Angebote zu suchen und tierische Inhaltsstoffe verringern zu wollen.

1. Für einen progressiven Tierschutz. Jetzt (Jusos Hessen, 2015)

Auf 6 Seiten legen die Jusos Hessen ihre Arbeitsgrundlage für ihren progressiven Tierschutz fest. Der Beschluss behandelt unter anderem Landwirtschaft, Veterinäre, Verbandsklage, Landestierschutzbeauftragte, Ernährung, Pelztiere, Haustiere, Tierheime, Zirkus, Tierversuche und Verpflegung bei eigenen Veranstaltungen und geht über eine Käfigethik klar hinaus.

Fazit

Die Sozialdemokratie in Deutschland wird langsam kritikfähiger. Vor allem die Jusos und Juso-Hochschulgruppen bringen die Debatte voran und hinterfragen den Status Quo. Dir gehen die Beschlüsse nicht weiter genug? Dann bring dich innerhalb der Sozialdemokratie ein. Nur mit der Sozialdemokratie wird es zu einem Tierschutz kommen, der die Produktion von Tieren hinterfragt.

Wir haben einen wichtigen Beschluss zu einem weitgehenden Tierschutz übersehen? Bitte weise uns auf diesen Beschluss hin.

Bild: http://www.gratisography.com

Der Artikel Die 10 besten Tierschutz-Beschlüsse der SPD, Jusos und Juso-Hochschulgruppen erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Antwort Sozis für Tiere: Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein großer Schritt für die Tiere https://sozis-tiere.de/thissen-schritte-menschen-tiere Tue, 19 Jul 2016 23:47:12 +0000 http://sozis-tiere.de/?p=1702 Liebe Karin, für deine Antwort vom 31.05.2016 möchten wir dir herzlich danken. Auch uns ist an einem respektvollen Austausch gelegen. Wir haben im Folgenden versucht, deine Kritikpunkte und Anmerkungen aufzugreifen.… weiterlesen →

Der Artikel Antwort Sozis für Tiere: Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein großer Schritt für die Tiere erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>
Liebe Karin,

für deine Antwort vom 31.05.2016 möchten wir dir herzlich danken. Auch uns ist an einem respektvollen Austausch gelegen. Wir haben im Folgenden versucht, deine Kritikpunkte und Anmerkungen aufzugreifen. Wenn dennoch Fragen bleiben oder wir dich noch nicht überzeugt haben, schreib uns gerne noch einmal.

Keine Ignoranz

Zunächst möchten wir zwei Punkte ansprechen, die dich anscheinend geärgert haben. Zum einen das Begriffspaar „vegan-vegetarisch“, denn „vegan und vegetarisch sind zwei paar Schuh“ und zum anderen der vermeintliche Vorwurf unsererseits, dass alle die bestreiten, die vegane Ernährung sei vollwertig, ignorant seien. Wir nehmen an, du beziehst dich dabei vor allem auf unsere Pressemitteilung und unser Statement „Wir sollten uns endlich von jahrzehntealten Vorurteilen in der Bewertung der vegetarischen und veganen Ernährung freimachen“.

Die Verwendung des Begriffspaars vegan-vegetarisch findet sich häufig. Veganer werden auch manchmal noch „Strenge Vegetarier“ genannt (lebensmittellexikon.de). Die Vegane Ernährung wird als eine Unterform der vegetarischen Ernährung beschrieben (Wikipedia) und insofern findet sich diese Art der Beschreibung auch in der Stellungnahme der ADA:
»Es ist die Position der Academy of Nutrition and Dietetics, dass gut geplante vegetarische Ernährungsformen, inklusive streng vegetarischer oder veganer Ernährungsformen, gesund und nährstofftechnisch angemessen sind sowie Gesundheitsvorteile bezüglich der Prävention und Behandlung von gewissen Gesundheitszuständen haben können. Gut gestaltete vegetarische Ernährungsformen sind für Personen während aller Lebensabschnitte, inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Jugend sowie für SportlerInnen geeignet.«

Die Organisationen, die sich v.a. aus Tierschutzgründen für eine vegetarische Ernährung einsetzen, sehen diese meist als Zwischenschritt zu einer veganen Ernährung. Eine ovo-lakto vegetarische Ernährung und eine vegane Ernährung sind sowohl aus Gründen der Tiergerechtigkeit als auch des Umwelt- und Klimaschutzes sowie ernährungsphysiologisch unterschiedlich zu beurteilen, insofern stimmen wir dir zu. Allerdings müssen wir die Begriffe auch nicht unnötig trennen, wo das, was ausgedrückt werden soll, auf beide Ernährungstypen zutrifft.

Im Kontext einer vegetarischen Ernährung ist unser Ausdruck der „jahrzehntealten Vorurteile“ in dem Kapitel 7.1 „Paradigmenwechsel: Von der Risiko- zur Nutzenbewertung vegetarischer Kostformen“ in dem Buch Vegetarische Ernährung von Leitzmann und Keller gut dokumentiert. Allerdings war unser Begriff der Vorurteile leider ungenau, denn wir müssen Vorurteile von früheren und später revisionierten Urteilen zur Nutzenbewertung einer vegetarischen oder veganen Ernährung voneinander trennen. Auf frühere Urteile zu einer veganen Ernährung gehen wir später noch ein.

Keinesfalls wollen wir dir oder irgendwem anders Ignoranz unterstellen. Uns geht es eher darum, kritisch nach Gründen und Argumenten für Standpunkte zu fragen.

Gesundheitliche Aspekte einer veganen Ernährung

Bevor wir auf weitere Aussagen deiner Antwort eingehen, möchten wir noch einmal an dein ursprüngliches Statement erinnern: Veganismus ist Mangelernährung. Mit diesem Statement machst du es Menschen, die sich ausgewogen und gesund vegan ernähren wollen, nicht einfacher. Denn natürlich gilt das Wort einer Veterinärin und Bundestagsabgeordneten einiges und wieso sollte sich irgendwer für das verbesserte Angebot einer vermeintlichen Mangelernährung einsetzen? Deine absolute Aussage ist durch unsere, in der vorhergehenden Mail genannten Studien, allerdings nicht gedeckt. Kanntest du diese Studien bei Verfassung deines Statements zur veganen Ernährung? Und falls nicht, auf welche Studien stützt du deinen Standpunkt Veganismus sei Mangelernährung?

UGB und die Vollwerternährung

Weiterhin hast du dich in deinen Ausführungen auf den Begriff „vollwertig“ gestützt. Was verstehst du darunter? Bereits in unserer ersten Stellungnahme haben wir auf den UGB – Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung und eine seiner Fortbildungen hingewiesen. Der Verband wird u.a. wie folgt vorgestellt: „Der Verband hat nach seiner Ansicht durch seine Arbeit entscheidend dazu beigetragen, dass das Konzept der Vollwerternährung in den 1990er Jahren in wesentlichen Teilen in die Ernährungsempfehlungen der (DGE) aufgenommen wurde.“ (Wikipedia)
Die Fortbildung, auf die wir hingewiesen haben, heißt „Weiterbildung in veganer Vollwert-Ernährung“. Zumindest nach der UGB scheint eine vollwertige vegane Ernährung also gut möglich zu sein.

DGE und die Vollwerternährung

Kritik an einer veganen Ernährung wird in Deutschland häufig mit Verweis auf die DGE geäußert. Interessanterweise schreibt die DGE zu einer vollwertigen Ernährung: „Vor dem Hintergrund der Häufigkeit von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten in Deutschland ist die Aufklärung über eine bedarfsgerechte, ausgewogene und gesunderhaltende Ernährung daher von besonderer Bedeutung.“ Da sich aber nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung in Deutschland vegetarisch oder vegan ernährt (VEBU: 10 % vegetarisch, 1,1 % vegan) scheint es daher auch im omnivoren Teil der Bevölkerung zu Mangel- und/oder Fehlernährung zu kommen.

B12 kurz außen vorgelassen: Sowohl Veganer*innen, als auch Vegetarier*innen oder Omnivor*innen können sich also mangel- und/oder fehlernähren. Wieso definierst du gerade vegane Ernährung als Mangelernährung, wenn man das mit der gleichen Rechtfertigung auch bei einer omnivoren oder vegetarischen Ernährung tun könnte?

Vorurteile bei der DGE

Darüber hinaus hat die DGE bezüglich einer veganen Ernährung bei Kindern negative Empfehlungen ausgesprochen, die teils auf einem inhaltlich falschen Verständnis der veganen Ernährungsweise basieren.
Hier ein Link zur kritischen Auseinandersetzung mit der Expertise der DGE: tofufamily.de: Veraltet, einseitig und unprofessionell: Die große Petition gegen die DGE!

B12 für Menschen und Tiere

Machst du deinen absoluten Begriff der Mangelernährung am Vitamin B12 fest? Die bedeutendsten NGOs, die sich in Deutschland für eine vegane Ernährung einsetzen, der VEBU und die Albert-Schweitzer-Stiftung, setzen sich für eine Supplementierung ein. Eine umweltfreundliche und tiergerechte Ernährung muss unserer Meinung nach nicht aufgrund eines Vitamins bekämpft werden, welches beispielsweise auch durch die Verwendung einer bestimmten Zahnpasta zugeführt werden kann. Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Tiere.

In dem Kommentar „Besser Pillen als Schwein. Dass Veganer*innen Vitamin B12 nehmen müssen, ist nicht neu. Wer ständig davon redet, weiß nicht, was bei Tieren so alles in den Trog kommt“ hat Hilal Sezgin die Supplementierung der Ernährung von Schweinen diskutiert.

Forschung unterstützen

Die DGE hat vor kurzem eine neue, ausführliche Positionierung zu einer veganen Ernährung verfasst. Sie hat zudem eine Fragen & Antworten zu dieser Positionierung veröffentlicht. Auf die Frage „22. In anderen Ländern wird eine vegane Ernährung nicht so kritisch gesehen, sondern sogar für alle Altersgruppen empfohlen. Wie könnten sich die unterschiedlichen internationalen Empfehlungen für die vegane Ernährung erklären?“ wird unter anderem geantwortet: „[…] Es gibt jedoch nur wenige aussagekräftige Studien, die zur Beurteilung der ernährungsphysiologischen Qualität sowie zur Sicherheit einer veganen Ernährung, vor allem für Personen in sensiblen Lebensphasen (Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder, Jugendliche) herangezogen werden können. Auch zur Nährstoffversorgung vegan lebender Menschen, insbesondere in Deutschland, ist wenig bekannt, was eine Beurteilung erschwert und entsprechende Untersuchungen notwendig macht.“

Auch vor diesem Hintergrund halten wir die Forderung nach einer Stiftungsprofessur zur Untersuchung der veganen Ernährung in der Nähe des IFANE (Institut für alternative und nachhaltige Ernährung) der SPD Hessen-Nord (R1:“Landwirtschaftspolitik neu denken – ökologisch, nachhaltig und vor allem sozial!“, 2014, Z. 210) für unterstützenswert. Nun haben wir unterschiedliche Einstellungen zu einer veganen Ernährung und die DGE ist der Ansicht, dass es mehr Untersuchungen bräuchte. Kannst du dir vorstellen, dieses Anliegen zu unterstützen?

Sojaprotein

Du hast zudem die Frage aufgeworfen, „ob Sojaprotein alle 20 essentiellen Aminosäuren enthält“. Zunächst einmal sind wir nicht der Ansicht, dass irgendwas durch Soja ersetzt werden muss – eine ausgewogene vegane Ernährung ohne Soja ist möglich. Zu deiner eigentlichen Frage:
Ja, Sojaprotein enthält alle essentiellen Aminosäuren, wie auch Kartoffeln, Bohnen u. Erbsen und Erdnüsse und viele andere (Schormüller 2013). Allerdings haben diese pflanzlichen Lebensmittel eine unterschiedliche biologische Wertigkeit, wobei Sojabohnen mit 86% die höchste biologische Wertigkeit haben. Wir brauchen zwar alle essentielle Aminosäuren, die Proteinquellen können allerdings in einer Mahlzeit oder über den Tag kombiniert werden, sodass eine höhere biologische Wertigkeit erreicht wird. Ideal ist beispielsweise die Kombination von Bohnen und Mais. Für den Menschen sind, je nach Quelle, 8-9 (!) Aminosäuren essentiell.

Einige Quellen auf denen wir uns zu dieser Frage einen Überblick verschafft haben:

Landwirtschaft

Bei dem Thema Landwirtschaft haben wir wohl aneinander vorbeigeredet. In der ursprünglichen Meldung „Habeck: Tötung von Nutztieren ist nicht mehr zu rechtfertigen“ heißt es unter anderem: „Die Tierhaltung diene heute nicht mehr der Versorgung mit lebensnotwendiger Nahrung“. Du schreibst in deinem Antwortschreiben, dass es dir nicht um tierlose Landwirtschaft ging. Aber wenn die Kritik Habecks ernstgenommen wird, dann kann es nicht darum gehen, eine vegetarische Landwirtschaft zu etablieren. Wenn die lebensnotwendige Nahrung auch ohne Tierhaltung hergestellt werden kann, dann ist das Erreichen einer solchen Versorgung, und nicht die Etablierung einer vegetarischen (hier: ovo-lakto-vegetarischen) Landwirtschaft, für uns das Ziel eines progressiven Tierschutzes. Deswegen setzen wir uns für einen bio-veganen Landbau ein. Die Seite biovegan.org hat zum Zeitpunkt des Lesens unserer Stellungnahme nicht funktioniert – jetzt sollte sie jedoch wieder fehlerfrei aufrufbar sein.

Die SPD Hessen-Nord beschloss neulich einen Antrag in dem es unter anderem heißt: „3. Die agrarischen Anstrengungen hin zu einer gewaltfreien Landwirtschaft sind enorm. Wir müssen so früh wie möglich in die Forschung einer tierfreien Landwirtschaft investieren und tierleidfreie Höfe unterstützen“. Siehst du dafür auf Bundesebene Möglichkeiten?

Kritik des Begriffes Nutztier

Wir möchten auch nochmal auf deine Aussagen zu „Nutztier“ in deiner Pressemitteilung eingehen. Du sagtest: „Der Begriff „Nutztier“ sagt alles: Es ist ein Tier, das wir nutzen. Seit mehr als 10.000 Jahren leben wir mit ihm in Symbiose“. Außerdem hast du dich später für das „nutzen“ und gegen das „ausnutzen“ der Tiere ausgesprochen. Aus vielen Kämpfen, die wir Sozialdemokrat*innen bislang bestritten haben wissen wir, dass das, was schon immer so war, kritisiert und gegebenenfalls überwunden werden kann. Wenn der körperliche Verbrauch und die Tötung der Tiere das Ziel ist, muss unserer Meinung nach von Ausnutzung gesprochen werden und auch der Begriff der Symbiose erscheint uns problematisch.

Zoos und Biodiversität

Am Ende des dritten Abschnitts fragst du, ob es bei einer bio-veganen Landwirtschaft Zoos geben würde in denen „Nutztiere“ zu Anschauungszwecken gehalten werden, oder Nutztiere aussterben würden und wie die Biodiversität gewährleistet werden soll. Die „Nutztierrassen“ sind nur durch intensive Zuchtbemühungen des Menschen zum Selbstzweck entstanden. Die Natur braucht sie nicht, würde sie nicht verkraften und hätte sie auch nicht in dieser Form und Zahl hervorgebracht. Wenn etwas erhalten werden soll, dann wäre es eher angebracht, die natürliche Artenvielfalt zu bewahren – und gerade die ist ja von der intensiven Tierhaltung und deren Folgen massiv gefährdet. In der Tat sehen wir Zoos sehr kritisch, weil es offensichtlich nicht in erster Linie um die Interessen der Tiere geht, die dort eingesperrt werden und der „Lerneffekt“ der Bevölkerung durch gute Dokumentationen sicherlich höher ist.

In einem Nebensatz schreibst du, dass wir Tierhaltung an sich ablehnen würden. Allerdings haben wir das nicht gesagt. Wir lehnen die Ausnutzung von Tieren, d.h. Systeme in denen Tiere produziert und getötet und ihre Körper verbraucht werden, ab. Für akzeptabel halten wir unter anderem ein friedliches, für beide Seiten nützliches Zusammenleben wie das, das wir mit einigen Haustieren praktizieren. Eine entsprechende Agenda wurde in letzter Zeit zum Beispiel im Buch Zoopolis entworfen.

Über eine öffentliche (oder auch nicht-öffentliche) Antwort und/oder einen weiteren Austausch freuen wir uns.

Viele Grüße, und eine angenehme Sommerpause
Moritz und Stefan

Der Artikel Antwort Sozis für Tiere: Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein großer Schritt für die Tiere erschien zuerst auf Sozis für Tiere.

]]>