Jahresbericht 2014: Sozis für Tiere lernt laufen

Im Januar 2014 haben wir uns zu unserer ersten Sitzung von „Sozialdemokratisch für Tiere“ in Frankfurt am Main getroffen. Seitdem ist viel passiert. Der erste Jahresbericht hält die wichtigsten Geschehnisse der ersten 12 Monate fest.

Aktivitäten

Alleine der Austausch mit anderen Genoss*innen, die sich für einen sozialen Umgang mit Tieren interessieren, macht Hoffnung. Doch wäre uns der bloße Austausch zu wenig gewesen.

Wir haben den wichtigen Essay „Sogar Vegetarier“ (1926) vom späteren „Vater des Godesbergerparteiprogrammes“ Willi Eichler digitalisiert und ihn erstmals frei verfügbar ins Netz gestellt.

Mit Adriano Mannino vom „Sentience-Politics“ Projekt in der Schweiz haben wir ein Interview geführt: Sentience Politics und fleischfreie Mensa: Interview mit Adriano Mannino“.

Mit den Juso-Hochschulgruppen stehen wir einer hochschulpolitisch aktiven Gruppierung nahe, die Einfluss auf die Mensen und Caféterien der Studierendenwerke nehmen können, welche täglich rund 800.000 Gäste versorgen. Daher haben wir uns mit „Die tiergerechte Mensa umsetzen“ zur Angebotsstruktur in den Mensen und Caféterien positioniert. Die Studierenden sind meist aufgeschlossen für einen behutsamen Ausbau des pflanzlichen Angebotes. Glücklicherweise können die Maßnahmen größtenteils auch auf andere Mensen und Kantinen übertragen werden, wie etwa von den Juso-Schüler*innen in Schulen oder von sozialdemokratischen Kommunalpolitiker*innen in kommunalen Einrichtungen.

Wir haben uns für die Abschaffung und Ersetzung von Tierversuchen ausgesprochen.

Auf immerwiederkehrende Fragen haben wir Antworten gefunden.

Neben diesen Aktivitäten von Sozis für Tiere waren unsere Aktiven auch darüber hinaus für Tiere aktiv, haben Anträge gestellt, Artikel geschrieben, wie z. B. Marco mit seinem Text „Wer links sein will, darf das Leid von nichtmenschlichen Tieren nicht ignorieren“ oder Tabea und Stefan „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für Tiere“.

In unserem Selbstverständnis & Leitbild haben wir geregelt, wie wir agieren möchten. Da wir noch eine recht junge Gruppe sind und immer wieder neue Personen hinzukommen, werden wir das Leitbild beständig weiterentwickeln.

Unser erster Flyer heißt „Kritik & Forderungen“ und wurde im November gedruckt und das erste Mal beim Bundeskoordinierungstreffen der Juso-Hochschulgruppen in Duisburg verteilt.

Wir haben bei den Jusos in Rendsburg Eckernförde beim Ernährungsseminar einen Workshop mit dem Titel „Linke Tierethik und Tierrechtspolitik“ angeboten und diesen bei den Jusos Kassel-Stadt in Kurzform wiederholt.

Till hat sich in Großbritannien mit dem Vorsitzenden der Labour Animal Welfare Society (LAWS) ausgetauscht.

Wir haben unseren Webauftritt sozis-tiere.de sowie die Facebook-Seite Sozis für Tiere aufgebaut.

Die Grüne Woche ist die “wichtigste internationale Messe für Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft” und fand in diesem Jahr vom 16.-25. Januar in Berlin statt. Sie wurde begleitet von der Wir haben es satt!, der größten agrarkritischen Demonstration in Deutschland. Sozis für Tiere nahm in diesem Jahr das erste mal an der Wir haben es satt! teil.

Organisatorisch

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Wir haben uns gleich zu Beginn von unserem Arbeitstitel „Sozialdemokratisch für Tiere“ getrennt, da wir kein offizieller Arbeitskreis oder keine Arbeitsgemeinschaft der SPD sind.

Im Laufe des Jahres sind wir auf knapp 35 interessierte Personen aus dem ganzen Bundesgebiet gewachsen.

Wir haben bemerkt, dass der überregionale Austausch von auch in anderen Zusammenhängen arbeitenden Menschen keine triviale Herausforderung ist. Die Vernetzung über eine Facebookgruppe oder eine Mailingliste verschlingt viel Zeit für Absprachen und zwingt eine hohe dauerhafte Nutzung dieser Medien auf. Der Austausch über Telefonkonferenzen oder Skype-Sitzungen setzt freie Zeit zu einem bestimmten Zeitpunkt voraus und Treffen vor Ort benötigen neben einem höheren zeitlichen Aufwand auch finanzielle Mittel.

Die Beteiligung im Sommer war niedriger als im restlichen Jahr. Das mag für eine ältere Organisation kein großes Problem sein, für eine junge Gruppe ist sie das. Vielleicht werden wir im neuen Jahr eine Sommerpause einlegen.

Zwar benötigen wir relativ geringe Summen, doch ganz ohne Geld geht es auch bei uns nicht, wenn Flyer gedruckt und verteilt und die Webseite betrieben und ausgebaut werden sollen.

Wir haben uns eine interne Arbeitsplattformen geschaffen.

Ausblick

Wir werden im nächsten Jahr sicher bei der einen oder anderen Veranstaltung von SPD und Jusos (inklusive Schüler*innen und Hochschulgruppen) unsere Anliegen vertreten.

Wir werden weitere Standpunkte und Handlungsempfehlungen entwickeln und werden gegebenenfalls verstärkt mit Pressemitteilungen unsere Ideen einem größeren Personenkreis bekannt machen.

Wir werden unseren Austausch mit Entscheidungsträger*innen intensivieren und weitere Interviews mit diesen sowie Aktivist*innen führen.