Für eine Agrar- und Ernährungswende – Unsere Forderungen!

Mit diesen 13 Forderungen schaffen wir die Ernährungs- und Agrarwende, bewahren unsere Lebensgrundlage, schützen Klima, Biodiversität und Tiere.

Agrarwende

1. Die Reduktion der Tierproduktion ist das Ziel, nicht willkürlicher Nebeneffekt

Alle wissen, dass die Tierproduktion bis 2030 massiv gesenkt werden muss. Wir müssen endlich weitgehende Ziele festlegen, die dabei helfen die Ausbeutung von Tieren zu verringern und das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Sozis für Tiere fordert daher die Halbierung der Tierproduktion und der Fischerei bis 2030.

2. Ausstiegsprämie statt Tierleid

Nach einer Umfrage von Agrarökonomen an der Universität Kiel können sich 60% der Schweineproduzenten einen bezahlten Ausstieg aus der Schweinehaltung vorstellen. Wir müssen Landwirten endlich eine Perspektive bieten, aus diesem Teufelskreis auszusteigen.

3. Unterstützung nur für Abbau von Produktionskapazitäten

Keinesfalls dürfen Steuermittel für „Tierwohl“-Stallumbauten oder weitere Schlachthöfe fließen. Vielmehr werden diese Ressourcen benötigt, um den Abbau von Produktionskapazitäten zu unterstützen, damit Betriebe zukünftig deutlich weniger Tiere, „viehlos“ oder „bio-vegan“ produzieren.

4. Solidarität mit Menschen – Nicht mit Jobs

Unsere Solidarität gilt Menschen, nicht Jobs. Als Gesellschaft müssen wir jede Person, die aus der psychisch wie physisch anstrengenden Tierproduktion aussteigen will unterstützen. Keinesfalls dürfen Menschen, die für andere Menschen Tiere im Akkord und oft unter miserablen Bedingungen getötet und zerlegt haben, durch das Netz fallen.

Die Selbstversorgungsquote bei Tierprodukten in Deutschland liegt zwischen 70 und 126 %, bei Gemüse jedoch nur bei 35 % und bei Obst gerade einmal bei 22 %. Hier lassen sich einige Jobs schaffen. Die Arbeitsbedingungen müssen jedoch auch hier dringend verbessert werden.

5. Innovation: Kulturfleisch statt Tierfleisch

Die politische Linke kann und soll auch auf technische Innovation setzen. Wir haben ein umfangreiches Positionspapier zu Clean-Meat entwickelt und stehen mit Expert*innen in Kontakt. Keinesfalls darf Deutschland den Anschluss auf diesem Feld vollständig verlieren.

Ernährungswende

6. Sofortiges Ende der Bevormundung auf Kosten der Tiere

Der Staat subventioniert an vielen Stellen die Produktion und den Konsum von Tieren (GAP der EU, Stallumbauten, Vergesellschaftung von Kosten, Umsatzsteuer, Schulmilchprogramme, Legalität von Greenwashing in der Werbung etc.). Diese massive Mitwirkung stellt eine Bevormundung von Menschen auf Kosten von Tieren dar und muss sofort enden.

7. Potenzial Nutzen – Pflanzliche Ernährung besser erforschen

Die gesundheitliche Bewertung pflanzlicher Ernährungsstile ist auch in Deutschland deutlich positiver geworden. Auch ihre Vorzüge für die Bekämpfung der Klimakatastrophe und der Gewalt an Tieren wurde erkannt. Zum Schutz der Verbraucher:innen wollen wir die Forschung über die Vorteile und Risiken dieser Ernährungsstile stärken.

8. Das Recht auf eine vegane Lebensweise

Immer mehr Menschen leben aufgrund des Umwelt- Klima-, und Tierschutzes vegetarisch oder vegan. Sie sollen einen gesetzlichen Anspruch auf die Umsetzung ihrer Lebensweise, die nach Art. 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention als Weltanschauung und dementsprechend als schützenswert gilt, bekommen.

9. Förderung einer pflanzlicheren Gemeinschaftsverpflegung.

Erhöhung des Anteils der pflanzlichen Angebote in der staatlich finanzierten Gemeinschaftsverpflegung sowie Unterstützung der privaten Gemeinschaftsverpflegung. Mindestgrundlage sind die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

10. Kampagne zur nachhaltigen pflanzlichen Ernährung

Verbreitung von Informationen über Vorteile und bedarfsdeckende Richtlinien bei einer pflanzlichen Ernährung auf Basis der Wissenschaft und den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

11. Steuerermäßigung für klimafreundliche Lebensmittel

Pflanzliche Lebensmittel haben durchschnittlich einen sehr geringen Klima- und Umweltfußabdruck. Auf sie ist daher der ermäßigte Mehrwertsteuersatz anzuwenden.

12. Klima und tierfeindliche Produkte nicht länger Subventionieren

Tierprodukte werden ihrer Auswirkung auf Umwelt und Klima entsprechend regulär besteuert und nicht länger bevorteilt. Dies betrifft insbesondere auch Fleischprodukte. Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung konsumieren die Menschen in Deutschland doppelt soviel Fleisch, als für ihre Gesundheit zuträglich wäre. Insofern stellt die steuerliche Privilegierung von Fleisch einen überholten Anreiz dar, der nicht den Menschen, sondern nur der Fleischindustrie nützt. Die steuerliche Privilegierung von Fleisch, Milch, Fisch und Eiern ist aufzuheben.

Die Steuereinnahmen sind an die Bevölkerung zurückzugeben.

13. Gemeinwohlabgabe auf Tierprodukte für den Ausstieg aus der Tierproduktion

Für Tierprodukte wird aufgrund ihrer Tier-, Umwelt- und Klimaschädlichkeit eine Gemeinwohlabgabe eingeführt, welche einen kleinen Teil der Finanzierung des Ausstiegs aus der Tierproduktion darstellt wird. Die Abgabenhöhe entspricht 5 % des Preises.

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Radieschen, oder lat. radix ‚Wurzel‘. Wir wollen der Tierindustrie an die Wurzeln gehen, ihre Gewalt und Ausbeutung gründlich analyisieren und beenden. Denn wir sind kein Reparaturbetrieb! Unsere Basis ist der progressive Tierschutz!