Warum vegan? – Ein Leitfaden für Sozialdemokrat*innen

vegane Pizza Vegane Pizza https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vegan_Pizza_Crust_(5753189490).jpg, cc-by-sa-2.0

Tierschutz hat in der deutschen Sozialdemokratie eine lange Tradition, auch wenn dieser immer ein Schattendasein geführt hat. Es gab immer wieder Genoss*innen, die erkannt haben, dass der sozialdemokratische Gedanke der Gerechtigkeit für alle empfindenden Lebewesen gelten müsse. Bereits 1926 hatte Willi Eichler die Weitsicht, vegetarische Ernährung als eine Mindestanforderung im Kampf für eine „ausbeutungsfreie Gesellschaft“ zu sehen.

Heute in Zeiten der Tierfabriken lassen sich die Augen vor der Ausbeutung von Tieren erst recht nicht mehr verschließen. Deswegen entscheiden sich immer mehr Menschen für eine ausbeutungsfreiere Gesellschaft und somit für eine vegetarische oder eine vegane Ernährung. Nach einem Marktforschungsinstitut leben 1,3 Millionen Menschen in Deutschland vegan. Sie möchten nicht mehr die qualvolle Produktion und Tötung von Tieren für den eigenen Genuss unterstützen. Deshalb konsumieren sie weder Fleischprodukte noch andere tierische Erzeugnisse wie Milch und Eier. Denn auch bei der Produktion von diesen Lebensmitteln entsteht Leid. Auch Hühner und Kühe werden, sobald die Produktivität nachlässt, getötet. Aber nicht nur das.

Tierleid und Umweltkrise

Damit Milchkühe ununterbrochen Milch geben, werden sie durch künstliche Befruchtung geschwängert. Die weiblichen Kälber der Milchkühe kommen ebenfalls in die Milchproduktion oder werden geschlachtet. Auch in der Ei-Industrie sterben Tiere. Jährlich werden 48 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen geschreddert (Eintagsküken). Ob bei Haltung, Transport oder Schlachtung, die Tiere sind ununterbrochen Stress und Leid ausgesetzt.

Der Schutz der Umwelt ist ein weiterer Grund für eine vegane Lebensweise. Die Tierproduktion ist laut der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), der Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der UN, für 14 % der Treibhausgase verantwortlich. Wer sich vegan ernährt reduziert seinen ökologischen Fußabdruck deutlich und macht die Welt auch noch für die Nachwelt lebenswert. Denn für den Futtermittelanbau für die Nutztierhaltung werden Wälder z.B. die Regenwälder im Amazonas abgeholzt. Der Lebensraum vieler Wildtiere und die grüne Lunge des Planeten Erde wird so zerstört. Das Abholzen von Bäumen trägt damit maßgeblich zum Klimawandel bei.

Welternährung

Eine pflanzliche Ernährung kann außerdem das Problem der Welternährung verringern. 870 Millionen Menschen leiden laut FAO weltweit an Hunger. Doch für die Nutztierhaltung werden große Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln benötigt. Mehr als 50 % der jährlichen Weltgetreideernte wird als Futtermittel für Nutztiere verwendet. Bei der Tierproduktion kommt es allerdings in hohem Maße zu sogenannten Veredelungsverlusten. Im Hinblick auf die Fläche besteht bei Rindfleisch verglichen mit pflanzlichen Lebensmitteln ein Ressourcenverlust von 96 %. Beim Schweinefleisch beträgt er 90 %, bei Milch 75 %, bei Hühnerfleisch 50 % und bei Eiern 40 %. Nur ein Bruchteil der verfütterten Kalorien und Nährstoffe kommen also beim Verzehr von Fleisch, Eiern oder Milch bei den Konsument*innen an.

Gesundheit

Mehr und mehr Menschen leben auch aus rein persönlichen Gründen vegan. Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung ist nicht nur gesund und bedarfsdeckend, sondern kann auch effektiv in der Prävention und Therapie einiger chronischer Krankheiten sein. Dies bestätigen die Positionen diverser internationaler Ernährungsgesellschaften.

Fazit

Wer sich pflanzlich ernährt, setzt sich auf mehrfache Weise für eine gerechtere Gesellschaft ein:
Pflanzliche Ernährung fördert das Recht auf freies Leben für Tiere ohne Unterdrückung durch Menschen.
Während der Konsum von tierischen Lebensmitteln das Problem des Welthungers eher verschärft, kann eine pflanzliche Ernährung dazu beitragen ausreichend Nahrungsmittel für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Gerade die Sozialdemokratie muss sich diesem Ansatz deutlich stärker annehmen. Dafür setzen sich Sozis für Tiere ein.

Und du? Traust du dich eine Woche lang deine Ernährungsgewohnheiten umzustellen? Dann nehme jetzt an der VeganTasteWeek der Albert Schweitzer Stiftung teil!